Die 5 CD-Box "Cash Unearthed"

Unearthed -Cash

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Eine Box mit 5 CDs, 6 Monate lang sorgfältig von Rick Rubin und Johnny Cash ausgewählt, zusammengestellt, abgemischt und mit einem üppigen 100-seitigen Begleitbuch voller informativer und amüsanter Kommentare versehen. So liegt sie in einer schmucken, ganz in schwarz gehaltenen Leinenkassette vor mir. Schon optisch und haptisch ein Vergnügen.

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Johnny Cash starb in der Nacht, nachdem Rick Rubin die definitiven Abmischungen zu "Unearthed" beendet, mit Johnny telefoniert und die CDs auf die Reise nach Hendersonville (Tennessee, nahe Nashville) geschickt hatte.

Es war die Nacht vom 11. auf den 12. September. Rick Rubin hatte die Nachricht von Cashs Tod kurz nach Mitternacht auf seinem Blackberry, während der Nachfeier eines Gedenkkonzertes zu 9/11, wie die Amerikaner sagen.

Johnny Cash hat also die endgültigen Versionen nicht mehr hören können. Die Box wurde gut 2 Monate nach seinem Tod, am 25.11.2003 als limitierte Auflage veröffentlicht, die erste Auslieferung war sofort vergriffen.

Die Veröffentlichung von "Unearthed" war ursprünglich geplant als Jubiläumsausgabe zum 10-jährigen Bestehen der künstlerischen Partnerschaft von Johnny Cash und Rick Rubin. Über Nacht wurde sie zu einer Art Nachruf.

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Wie übersetzt man "Unearthed"? "Ausgegraben" ist wohl sprachlich korrekt. Oder dürfen wir frei assoziieren: Erdenfrei? Ungeerdet? Überirdisch? Himmlisch? Vielleicht steckt in "Unearthed" von all` dem ein wenig. Jedenfalls ein wunderbarer Titel, der Assoziationen zulässt. Welch zeitlich abgestimmte Dramaturgie: kurz nachdem Johnny Cash der Erde übergeben wurde ("Erde zu Erde") werden essentielle, aber bislang vergrabene Teile seines Vermächtnisses der Erde entrissen.

Die Linernotes zu "Unearthed" kommen als veritables kleines Büchlein daher. Zu Beginn wird sowohl aus Cashs, als auch aus Rubins Sicht berichtet, wie es zum ersten informellen Treffen und der dann folgenden 10-jährigen Zusammenarbeit kam. Cash wollte schon immer ein Soloalbum produzieren, als Titel hatte ihm "Johnny Cash Elite And Alone" vorgeschwebt. Nun, dieser Titel wurde nicht Realität, alles andere aber schon.

Doch woher kommen nun die Songs dieser Box? Wann wurden sie aufgenommen und warum wurden sie nicht bereits zuvor auf einem der American-Alben veröffentlicht? Zunächst einmal muß man wissen, wie sich die 5 CDs der Box zusammensetzen. Fangen wir in diesem Fall einmal "von hinten" an.

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Die 5. CD enthält 15 unveränderte Originaltracks aus den ersten 4 American-Alben unter dem Titel "Best of Cash on American". Es handelt sich um eine ganz subjektive Auswahl Rick Rubins, und das ist auch die einzige Legitimation für diese "Beigabe". Jeder von uns hätte eine andere, individuelle Wahl getroffen. Und ist es wirklich vorstellbar, dass jemand "Unearthed" kauft und die American-Originalalben nicht besitzt?

Es ist ohnehin – finde ich – fast unmöglich, aus den damals 4 (heute 6!) American-Originalalben eine "Best of" zu schneiden. Schließlich hat jedes Album eine eigene Stimmung und Thematik und Cashs Stimme unterliegt mit der Zeit einer kontinuierlichen Veränderung. Diese sich über viele Jahre hinziehende Entwicklung dürfte auf einer komprimierten "Best of" für den weniger eingeweihten Hörer ziemlich merkwürdig klingen. Aber seis drum, diese 5. CD schadet ja auch nicht wirklich.

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Die 4. CD dagegen ist etwas ganz besonderes. Johnny Cash nennt diese Zusammenstellung von 15 Songs "My Mother`s Hymn Book". Cash besaß ein altes Buch seiner Mutter mit dem Titel "Heavenly Highway Hymns", das ihn ein ganzes Leben lang begleitet hat. An einem frühen Sonntagmorgen im Juli 2003 fühlte Johnny sich gesundheitlich so gut, dass er seinen Freund und Tontechniker David Ferguson anrief und in seine "cabin", also sein Blockhütten-Studio bat. Dort wurden in einem Rutsch ca. 25 Stücke aus diesem Buch voller Gospels, Spirituals, Kirchenlieder, Folk- und Country-Songs aufgenommen. Im Studio anwesend waren nur Cash mit seiner Akustikgitarre und Ferguson. 15 Aufnahmen wurden schließlich für das vorliegende limitierte Box-Set ausgewählt.

Hymn-Book

Obwohl die "Hymns" explizit zur Erstveröffentlichung innerhalb der Box "Unearthed" bestimmt waren, wurden sie noch einmal am 6.4.2004 als Einzel-CD unter dem Namen "My Mother`s Hymn Book" herausgegeben. Cash hat diese Aufnahmen einmal als sein "Lieblingsalbum" bezeichnet. Einige der Songs waren bereits in (natürlich) anderen Versionen auf früheren CDs enthalten. So die Stücke Nr. 6, 9 und 10 auf "Hymns from the Heart” (1962) und die Stücke 5, 11, 14 und 15 auf "Sings Precious Memories" (1975).

Viel Raum also für spannende Vergleiche, wie verschieden Cash die Songs im Abstand mehrerer Jahrzehnte interpretierte.

Diese 4. CD sollte man nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Tracks der eigentlichen American-Serie hören. Die Hymns geben uns einen eigenständigen, aber ganz anderen Aspekt des Menschen Cash. Der konnte nämlich nicht nur dunkelschwarze Balladen wie "Delia`s Gone", "Devil's Right Hand", "Banks of The Ohio" und "Long Black Veil" singen, sondern mit gleicher Glaubhaftigkeit christliche Hymnen wie "Where We'll Never Grow Old", "I Shall Not Be Moved" und "I'm Bound For The Promised Land".

Die Tracks auf CD 4 “My Mother's Hymn Book”

  1. Where We'll Never Grow Old (James C. Moore)
  2. I Shall Not Be Moved (V.O. Fossett)
  3. I Am a Pilgrim (Merle Travis)
  4. Do Lord (Fossett)
  5. When the Roll Is Called up Yonder (James Milton Black)
  6. If We Never Meet Again This Side of Heaven (Albert E. Brumley)
  7. I'll Fly Away (Brumley)
  8. Where the Soul of Man Never Dies (W. Lee Golden/Wayne Raney)
  9. Let the Lower Lights Be Burning" (Philip Bliss)
  10. When He Reached Down His Hand for Me (Easterling/Wright)
  11. In the Sweet By-and-By" (S. Fillmore Bennett/J. Philbrick Webster)
  12. I'm Bound for the Promised Land (Traditional)
  13. In the Garden (C. Austin Miles)
  14. Softly and Tenderly (Will L. Thompson)

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Die CDs 1 bis 3 enthalten Material aus den Sessions zu den ersten 4 American-Alben. Allein für "American Recordings" ("American I") wurden mehr als 100 Songs eingespielt. Schließlich kannten sich Rick Rubin und Johnny Cash zu Beginn ihrer Zusammenarbeit nicht, sie mußten also experimentieren. Und zudem wollte man unbedingt vermeiden, dass die neue Platte so klingen würde, wie all` das, was Cash bzw. sein Nashville-Management (Columbia, Mercury/Polygram) zuvor produziert hatten.

Rick Rubin berichtet von zahlreichen Versuchen, von Solostimme mit Gitarre bis hin zu verschiedenen Begleitbands. Man war überhaupt nicht festgelegt und probte in entspannter Atmosphäre ("laid-back") ohne jeden Zeit- oder Erfolgsdruck. Zur lockeren Aufnahmesituation trug wohl auch bei, dass man sich (barfuß!) in Rick Rubins studiotauglichen Wohnzimmer traf. Da störte es auch nicht, wenn einmal einer von Rick Rubins Hunden dazwischen bellte. Schließlich fiel die Entscheidung zu Gunsten einer reinen Solo-Akustik-Platte. Da verwundert es nicht, dass zahlreiche wunderbare Aufnahmen bei der endgültigen Auswahl unberücksichtigt bleiben mussten und erst jetzt wieder ausgegraben wurden.

Originaton Rick Rubin: "We hadn`t set out to make an acoustic album. We recorded with bands - blues bands, rock bands, a lot of different experiments. We had a hard rocking blues band The Red Devils on a couple of songs. I also remember Flea and Chad from the Chili Peppers played in some stuff and Mike Campbell from the Heartbreakers may have played with them on some of the sessions. I remember we tryed quite a lot of combinations, just trying to find a sound. But after going through all these, we came back to the stuff recorded in the living room and it just felt like nothing beat it. It felt like that was the essence of it, but it wasn`t a preconceived idea”.

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"Who`s Gonna Cry", CD 1 der Box "Unearthed"

Die CD 1 auf "Unearthed", auch "Who`s Gonna Cry" betitelt, präsentiert uns nun solch reine Solo-Stücke, die es nicht auf "American Recordings" geschafft hatten. Die Tracks auf dieser CD korrespondieren also in gewisser Weise mit denen auf "American Recordings".

Ich glaube, dass bei der seinerzeitigen Auswahl hauptsächlich Rick Rubin die Entscheidungen getroffen hatte und Johnny sich überzeugen ließ. Viele der jetzt auf "Who`s Gonna Cry" (CD 1 der Box) veröffentlichten Songs sind dagegen langjährige "Cash-Favorits", wie Johnny sie zu Beginn ihrer Zusammenarbeit in lockerer Folge Rick Rubin aufs Band gesungen hatte. Enthalten ist auch eine Alternativversion des bereits auf "American recordings" veröffentlichten Tom Waits Songs "Down There By The Train", die in keiner Weise der zuvor veröffentlichten Einspielung nachsteht.

Die Tracks auf CD 1 "Who`s Gonna Cry"

  1. Long Black Veil (Danny Dill/Marijohn Wilkin)
  2. Flesh and Blood (Cash)
  3. Just the Other Side of Nowhere (Kris Kristofferson)
  4. If I Give My Soul (Billy Joe Shaver)
  5. Understand Your Man" (Cash)
  6. Banks of the Ohio (Maybelle Carter)
  7. Two Timin' Woman (Hank Snow)
  8. The Caretaker (Cash)
  9. Old Chunk of Coal (Shaver)
  10. I'm Going to Memphis (Hollie Dew/Alan Lomax)
  11. Breaking Bread (Randy L. George)
  12. Waiting for a Train (Jimmie Rodgers)
  13. Casey's Last Ride (Kristofferson)
  14. No Earthly Good (Cash)
  15. The Fourth Man in the Fire (Arthur "Guitar Boogie" Smith)
  16. Dark as a Dungeon (Merle Travis)
  17. Book Review (dialogue) (Bobby George/Charlie Williams)
  18. Down There by the Train" (Tom Waits)

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Texte und Themen der CD 1 von Unearthed, Kurzinterpretationen

"Long Black Veil", die Story von einem, der sich lieber hängen ließ, als seine Geliebte zu verraten. Die aber besucht nun tiefschwarz verschleiert sein Grab. Das Lied eröffnet als quasi thematischer Kontrapunkt zu "Delia`s Gone", dem Opener auf "American Recordings", die Unearthed-Songkollektion. Der Hörer ist gewarnt. So richtig fröhlich wird auch diese Scheibe wohl eher nicht:

The judge said son, what is your alibi?
If you were somewhere else, then you won't have to die.
I spoke not a word, thou it meant my life,
For I'd been in the arms of my best friend's wife

She walks these hills in a long black veil,
She visits my grave when the night winds wail.
Nobody knows, nobody sees,
Nobody knows but me

"Flesh & Blood” ist ein Liebeslied. So zauberhaft und erfüllend Mutter Natur auch sein mag, so sehr sie auch selbst die Qualitäten einer Frau hat, sie kann doch die Sehnsucht und Liebe zu einem Menschen aus Fleisch und Blut nicht ersetzen:

I leaned against a bark of birch
And I breathed the honey dew.
I saw a north-bound flock of geese
Against a sky of baby blue.
Beside the lily pads
I carved a whistle from a reed;
Mother nature's quite a lady
But you're the one I need
Flesh and blood need flesh and blood
And you're the one I need.

"Just The Other Side", ein Kris Kristofferson-Song, thematisiert die eisige Einsamkeit des Sängers, des Tourenden in der kalten Fremde. Die Scheinwerfer der großen Bühnen (= das Nichts) zerschneiden die Einheit von Herz und Heimat (= die andere Seite des Nichts) und machen Leib und Seele krank. Um erfolgreich zu sein, muß der Künstler sich oftmals verkaufen und bezahlt paradoxerweise auch noch dafür. Kristofferson und Cash können davon ein Lied singen:

Takin' nothing back to show there,
For these dues I have paid,
But the soul I almost sold here,
And the body I've been givin' away.
Fadin' from the neon nightime glow here,
Headin' for the light of day.
Just the other side of nowhere, goin' home.
I've got a mind to see the headlights shinin',
On that old white line between my heart and home.

In "If I Give My Soul" erkennt der einsam gewordenen Sünder am Ende seiner Wegstrecke die Aussichtslosigkeit seines Tuns, hofft auf Verständnis und würde sogar seine Seele hergeben, um von Gott wieder angenommen zu werden:

Down a dangerous road, I have come to where i'm standing
With a heavy heart, and my hat clutched in my hand.
Such a foolish fool, God ain't known no greater sinner
I have come in search of Jesus, hoping he will understand.

Oh the years flew by like a mighty rush of eagles
My dreams and plans were all scattered in the wind.
It's a lonesome life, when you lose the ones you live for
If I make my peace with Jesus will they take me back again.

Nach der "Wiederkehr" im vorigen Lied geht es in "Understand Your Man” erneut um Abschied. Da hat jemand schon länger angekündigt, zu gehen. Jetzt geht er wirklich, läßt alles zurück und bittet seine Familie auch noch, ihn zu verstehen:

Don't call my name out your window, I'm leavin'
I won't even turn my head.
Don't sent your kinfolk to give me no talkin'
I'll be gone, like I said.

You'd just say the same old things
That you be sayin' all along.
Just lay there in your bed
and keep your mouth shut, till I'm gone.
Don't give me that old familiar cry and fuss and moan,
Understand your man.

"Banks Of The Ohio” nimmt wieder das tiefschwarze Motiv von "Delia`s Gone" auf. Sie muß sterben, weil sie ihn nicht erhören will:

I asked her if she'd marry me
And my wife forever be.
She only turned her head away
And had no other words to say.

I plunged a knife into her breast
And told her she was going to rest.
She cried "Oh Willy, don't murder me,
I'm not prepared for eternity."

Die "Two Timing Woman”, die Frau also mit den zwei Gesichtern und dem Herz aus Stein. Sie interessiert sich auch schon mal für andere Männer. Sollte sie aber zurückkommen, wird er sie anketten müssen, damit sie seine Liebe endlich erkennt:

She had me talkin' to myself gazin' at that mean ol' wall
She had another daddy waitin' down at the end of the hall
She changed with the weather like the leaves I recall
She blossoms in the spring but then she's gone in the fall
A two timin' woman with a heart of solid stone
She tells me that she loves me but her heart's a little undergrown.

Well I hope she keeps a driftin' rolls back home someday
Cause if I ever find her gonna chain her to the floor
And tell her now sit there woman you ain't leavin' no more
I'm gonna tame you mama till you're eatin' from my hand
It ain't that I don't love you honey it's just to make you understand.

"The Caretaker”, der Friedhofswärter hat seinen eigenen Blick auf das Leben. Er sieht die Menschen kommen, beten und weinen, doch der gespielte Kummer verbirgt kaum ihre Gier und Eifersucht. Für den eigenen einsamen Tod wünscht er sich kein Gepränge und fragt sich höchstens, ob die von ihm geliebten Kinder vielleicht doch über seinen Tod weinen werden:

When a funeral comes the people cry and pray,
They bury their dead and they all go away,
But through their grief I still can see their hate and greed and jealousy.

But I wanna say when my time comes lay me facing the rising sun,
Put me in the corner where I buried my pup.
Tell the preacher to pray, then cover me up.
Don't lay flowers where my head should be
Maybe God let some grow for me.
And all the little children that I love like my own,
Will they be sorry that old John's gone.

Da hat sich einer etwas vorgenommen und will sich vom "Old Chuck Of Coal” zu einem Diamanten wandeln. Ein schönes mehrschichtiges Bild, das selbst einen Chemiker nicht verwirren würde, besteht doch auch ein Diamant aus nichts anderem als Kohlenstoff:

I'm just an old chunk of coal,
But I'm gonna be a diamond someday.
I'm gonna glow and grow
'Til I'm so blue pure perfect.
I'm gonna put a smile on everybody's face,
I'm gonna kneel and pray every day.
Lest I should become vain along the way,
I'm just an old chunk of coal, now Lord
But I’m gonna be a diamond someday.

In "I`m Going To Memphis" hören wir ziemlich wirre Gedanken eines Gefangenen, der zwar gemordet hat, wohl aber wegen einer anderen Nichtigkeit einsitzt. Als Rache für den Mord hat man fälschlicherweise seinen Bruder getötet, wofür wiederum ein anderer hingerichtet wurde. Es bleibt der Wunsch nach etwas frischem Wasser und der Traum eines Neuanfanges in Memphis:

Bring a drink of water Leroy bring a drink of water (no)
If I could get to mercy man he's give me some I know
I owen the boss about a hundred years for sleepin' in his backyard
Well I brought me a little water in a Mr Prince Albert can
But the bossman caught me drinkin' it and I believe he broke my hand (hm hm)
They all call me crazy for sassin' Mr Scott
My brother was killed for a deed I did but I disremember what (yeah)
Well another boy is down the shovel burned him out
Let me stand on his body to see what the shoutin's about
I'm goin' to Memphis yeah I'm goin' to Memphis (hmm).

"Breaking Bread” ist eine kurze Reflexion über die Symbolik des Brotbrechens während des Abendmahles:

Upon the water prayed his cast
The last is first, the first is last
For everyone who eats this bread
There are thousands maybe more that will be fed

Breaking Bread, breaking bread
We are gathered here together to break bread.

"Waiting For A Train” thematisiert wieder einmal das Alleinsein, besser das Ausgesetzsein in der Fremde. Wenn Du kein Geld hast, kannst Du nicht einmal mehr schwarz mit dem Zug fahren:

All around the water tank waitin' for a train
A thousand miles away from home sleeping in the rain
I walked up to a brakeman just to give him a line of talk
He said if you've got money I'll see that you don't walk
Well I haven't got a nickel not a penny can I show
He said get off you railroad bum and he slammed the boxcar door.

"Casey s Last Ride” ist ein sehr poetischer, aber auch recht verschlüsselter Kristofferson-Song. Hier geht jemand aus einem inneren Zwang heraus den Weg ohne Wiederkehr, symbolisiert durch die klickenden Drehschleusen. Vielleicht ein Freigänger? Offenbar gibt es noch einen letzten Besuch bei einer Freundin (deren stereotyp fragende Monologe unbeantwortet bleiben), einen letzten Drink in der sicher nicht zufällig so heißenden "Goldenen Krone" inmitten anderer Männer, die - wie er - auch nicht zu ihren Familien nach Hause gehen wollen, dann stolpert er mit Tränen in den Augen davon. Ab hier müssen wir die Geschichte selbst zu Ende denken. Schließt er mit seinem bisherigen Leben ab und bekennt sich vorbehaltlos zu seiner Familie? Oder kommt es zum Selbstmord? Hier der komplette Text:

Casey joins the hollow sound of silent people walking down,
The stairway to the subway in the shadows down below.
Following their footsteps through the neon-darkened corridors,
Of silent desperation, never speaking to a soul.
The poison air he's breathing has the dirty smell of dying,
'Cos it's never seen the sunshine and it's never felt the rain.
But Casey minds the arrows and ignores the fatal echoes,
Of the clicking of the turnstiles and the rattle of his chains.

"Oh," she said: "Casey, it's been so long since I've seen you.
"Here," she said: "just a kiss to make a body smile.
"See," she said: "I've put on new stockings just to please you.
"Lord," she said. "Casey, can you only stay a while."

Casey leaves the underground and stops inside The Golden Crown,
For something wet to wipe away the chill that's on his bones.
Seeing his reflection in the lives of all the lonely men,
Who reach for anything they can to keep from going home.
Standing in the corner, Casey drinks his pint of bitter,
Never glancing in the mirror at the people passing by.
Then he stumbles as he's leaving and he wonders if the reason,
Is the beer that's in his belly or the tear that's in his eye.

"Oh," she said: "I suppose you seldom think about me.
"Now," she said: "now that you've a family of your own.
"Still," she said: "It's so blessed good to feel your body.
"Lord," she said: "Casey, it's a shame to be alone."

Der Ausdruck "No Earthly Good” ist einer alten Redewendung entlehnt: "Don’t be so heavenly minded that you are of no earthly good.” Cash setzt sich hier mit Theorie und Praxis des Christentums auseinander. Vielleicht ist es auch ein Seitenhieb auf die Amtskirche, die vor lauter himmlischem Glorienschein die sich nach Hilfe ausstreckenden Hände der Menschen übersieht. Es war schon immer so: die einen schmückt das Kreuz vorn, die anderen drückt es hinten:

Come hear me good brothers come here one and all
Don't brag about standing or you'll surely fall
You're shinin' your light and shine if you should
You're so heavenly minded and you're no earthly good
No earthly good you are no earthly good
You're so heavenly minded you're no earthly good
You're shinin' your light yes and shine if you should
You're so heavenly minded you're no earthly good
If you're holdin' heaven then spread it around
There are hungry hands reaching up here from the ground
Move over and share the high ground where you stood
So heavenly minded and you're no earthly good

"The Fourth Man In The Fire” bezieht sich auf eine biblische Erzählung: Shadrach, Mesach und Abednego sind die Namen dreier Hebräer aus dem Buch Daniel des Alten Testamentes. Dem Bericht des Propheten Daniel nach haben sie aus Gottestreue verweigert, sich vor einer vom babylonischen König Nebukadnezar errichteten goldenen Götzenstatue zu beugen. Nebukadnezar hat die drei daraufhin in einen Feuerofen werfen lassen. Doch sie überlebten und in den Flammen sah man schließlich eine 4. Person in Gestalt eines Engels (oder bei Cash einige Jahrhunderte vorgreifend in Gestalt Jesu Christi):

Now the prophet Daniel tells about
Three men who walked with God
Shadrach, Meshach and Abednego
Before the wicked king they stood
And the king commanded them bound and thrown
Into the fiery furnace that day
But the fire was so hot that the men were slain
That forced them on their way.
They were protected by the Fourth Man in the fire
They wouldn't bend
They wouldn't bow, they wouldn't burn.

In "Dark As A Dungeon” geht es vordergründig um die Frage, warum ein junger Mensch zur Arbeit in ein dunkles gefährliches Kohlebergwerk einfährt, was zunächst zur Gewohnheit und dann zur Sucht werden kann. Vielleicht muß man den Text aber doch auf einer anderen Ebene betrachten und die "Mine", das Verließ steht als Metapher für manch anderen dunklen Lebensweg? Für Drogen, Alkohol etc?

Oh come all you young fellers so young and so fine
Seek not your fortune in a dark dreary mine
It'll form as a habit and seep in your soul
Till the stream of your blood runs as black as the coal
Where it's dark as a dungeon damp as the dew
danger is double pleasures are few
Where the rain never falls the sun never shines
It's a dark as a dungeon way down in the mine
Like a fiend with his dope and a drunkard with his wine
A man will have lust for the lure of the mine.

Eine weitere Version des Tom Waits Songs "Down There By The Train” beschließt diese CD. Das Lied wird noch eindringlicher und reduzierter vorgetragen als auf "American Recordings". Wunderschön!

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"Trouble in Mind", CD 2 der Box "Unearthed"

"Trouble In Mind" ähnelt im Duktus "Unchained", sind doch die meisten Titel "plugged”, also "elektifiziert" aufgenommen. Wie auf "Unchained” wird Cash auch hier begleitet von Tom Petty und den Heartbreakers, Bandmitgliedern der Red Hot Chili Peppers und der Red Devils. Wir hören zahlreiche Cover-Songs, die Cash zuvor noch nie aufgenommen hatte.

Die Tracks auf CD 2 "Trouble In Mind"

  1. Pocahontas (Neil Young)
  2. I'm a Drifter (Version 1) (Dolly Parton)
  3. Trouble in Mind (Richard M. Jones)
  4. Down the Line (Roy Orbison/Sam Phillips)
  5. I'm Moving On (Hank Snow)
  6. As Long as the Grass Shall Grow (Peter La Farge) with June Carter
  7. Heart of Gold (Young)
  8. The Running Kind (Haggard) with Tom Petty
  9. Everybody's Trying to Be My Baby (Carl Perkins)
  10. Brown Eyed Handsome Man (Chuck Berry)
  11. T for Texas (Jimmie Rodgers)
  12. Devil's Right Hand (Steve Earle)
  13. I'm a Drifter (Version 2) (Parton)
  14. Like a Soldier" (Cash) with Willie Nelson
  15. Drive On (Cash)
  16. Bird on a Wire (Leonard Cohen)

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Texte und Themen der CD 2 von Unearthed, Kurzinterpretationen

Die CD 2 der Unearthed-Kollektion, "Trouble in mind" überschrieben, beginnt mit dem Neil Young-Song "Pocahontas". Ein surreales Stück, das Johnny Cash auf einen Vorschlag Rick Rubins hin eingespielt hat. Festgemacht an der legendären Indianer-Prinzessin Pocahontas geht es um die Vernichtung von Amerikas Ureinwohnern und um das, was Hollywood (z.B. in Gestalt Marlon Brandos) daraus gemacht hat:

They killed us in our tepee
And they cut our women down
They might have left some babies
Cryin' on the ground
But the firesticks
and the wagons come
And the night falls
on the setting sun.

And maybe Marlon Brando
Will be there by the fire
We'll sit and talk about Hollywood
And the good things there for hire
Like the Astrodome
and the first tepee
Marlon Brando, Pocahontas and me

"I`m a drifter” ist ein Dolly Parton-Song, hier im Unterschied zum Original langsam und ernst in zwei ganz verschiedenen Versionen eingespielt. Wir erkennen, wie intensiv Cash und Rubin um eine gültige Interpretation gerungen haben. Beide Einspielungen setzen die durch den knappen Text vorgegebene Stimmung traumhaft um. Es geht um Einsamkeit, Leere, Heimatlosigkeit, das "Lebenmüssen" und die Frage, was uns am Ende des Weges erwartet:

Got no strings to tie me down
Got no cause to hang around
What difference does it make which way I go
Got an empty feelin' deep inside
Still I need to stay alive
And who can tell what waits beyond this road

I'm a drifter, a lonesome drifter
Got no one to call my own no more

"Trouble in mind” war ursprünglich für das 2. Album geplant und Rick Rubin kann selbst nicht mehr sagen, warum es schließlich nicht aufgenommen wurde; es war wohl einfach zu viel Material vorhanden. Cash bezeichnet den Song als eine Art "Countryblues". Mindestens hat der Text "Bluesfeeling" mit seiner traurigen Grundstimmung, der Frage nach dem Wert des Lebens, einer gewissen Todessehnsucht bis hin zu Selbstmordgedanken, aber eben auch zum Schluss dem Aufbäumen, dem Lebenswillen und der Gewissheit, dass eines Tages die Sonnen wieder scheinen wird, wenn auch nur zur Hintertür herein:

Trouble in mind, that's true
I have almost lost my mind
Life ain't worth living, I feel like I could die.

Trouble in mind, I'm blue
My poor heart is healing slow
I've never had such trouble in my whole life before

I'm gonna lay my head on some lonesome railroad line
and let that 2:19 special ease my troubled mind.

Trouble in mind, I'm blue,
But I won't be blue always
'Cause that sun is gonna shine in my back door someday.

"Down the line", ein Roy Orbison-Song kommt als Rockabilly-Nummer daher und hat wahrscheinlich genau deshalb nicht den Sprung auf die eher dunkel gefärbten, ernsten und etwas schweren Originalalben geschafft. Erst auf Unearthed zeigt sich, dass bei den zahlreichen Sessions durchaus auch leichtere, unbeschwerte Titel eingespielt wurden. Hier muss man nicht interpretatorisch tätig werden:

Well you can't be my lovin' baby
You ain't gotta style
I'm gonna get some real good love
Gonna drive those cool cats wild.

I'm gonna move, move on down the line
Wanna get some love, a love that's truly fine.

Oh I'm gonna show you a-way so hot
I'm gonna get what you ain't got
She'll be cool, she'll be wrong
She'll be cool and twice as strong.

Es fogt mit Hank Snows "I'm movin' on” gleich noch so ein Uptempo-Stück. Wieder einmal geht es um Abschied, um Trennung, vielleicht auch um eine Art "Weglaufen”. Und wieder einmal symbolisiert der dahinbrausende Zug das Auseinandergehen. Scheinbar gibt`s aber schon eine "Neue". Er hatte sie gewarnt, nun muss sie sehen, wo sie bleibt:

That big eight-wheeler rollin' down the track
Means your true-lovin' daddy ain't comin' back
'Cause I'm movin' on, I'll soon be gone
You were flyin' too high, for my little old sky
So I'm movin' on.

Mister fireman won't you please listen to me
'Cause I got a pretty mama in Tennessee
Keep movin' me on, keep rollin' on
So shovel the coal, let this rattler roll
And keep movin' me on.

But someday baby when you've had your play
You're gonna want your daddy but your daddy will say
Keep movin' on, you stayed away too long
I'm through with you, too bad you're blue
Keep movin' on.

Ursprünglich ein Lied über den Betrug der weißen Siedler an den Indianern, wandelt Johnny Cash mit neuen Versen "As Long As The Grass Shall Grow" in ein Liebeslied. Er hat es auf der Bühne oft zusammen mit seiner Frau June gesungen und auch hier hören wir beide im Duett. Johnnys sonore Stimme harmoniert wundervoll mit Junes glockenhellem Timbre. Der Chorus ist original belassen:

My heart was calling for you when one night you came along
We danced around each other but then we sang our song
Our harmony was shaky, and the pitch not very true
But then you gave in to me and I gave in to you
We had to fight the world and we fought with all we had
We bowed to be together through the sweet times and the bad.

We’ve gone through many storms and often walked through fire
But always our loving faith took us higher and higher
We know the mystery of life, its love, hard and loss
(June) I love you, (Johnny) I love you
And I always will as long.

Chor:

As long as the moon shall rise
As long as the rivers flow
As long as the sun will shine
As long as the grass shall grow.

Der bekannte Neil Young-Song "Heart of gold” wird von den Chili Peppers begleitet, wobei dieser schon zehn Jahre zuvor aufgenommenen Einspielung John Frusciante erst kurz vor der Veröffentlichung zwei Gitarren-Soli hinzugefügt hat. Gesucht wird das "Herz aus Gold", das nicht nur lebt, sondern auch gibt. Und die Suche scheint von Jahr zu Jahr schwerer zu werden:

I want to live,
I want to give
I've been a miner
For a heart of gold.
It's these expressions
I never give
That keeps me searching
For a heart of gold
And I'm getting old.
Keeps me searching
For a heart of gold.

Bei einem Konzert von Johnnys Freund Merle Haggard soll bei dem Song "The Running Kind" das Publikum so heftig mit den Füssen gestampft haben, bis ein Balkon zusammengebrochen ist. Dass ein Song solches "bewegen" kann, hat Cash immer imponiert. Und auch der Text könnte von ihm selbst sein. Nirgends zu Hause, immer auf der Suche, immer auf der Flucht:

I was born the running kind
With leaving always on my mind
Home was never home to me
At anytime
Every front door found me hoping
I would find the back door open
There just had to be an exit for the running kind

Within me there's a prison
Surrounding me alone
As real as any dungeon
With its wall of stone
I know running's not the answer
Though, running's been my nature
And a thing in me that keeps me moving on.

Mit Chuck Berry`s Rock`n Roll-Titel "Brown eyed handsome man” gehts bewegt weiter, auch hier singt und spielt Carl Perkins mit. Wieder ein Macho-Lied von der männlicherseits vermuteten Sehnsucht der Frauen nach dem "Brown Eyed Handsome Man". Erstaunlich, was Frauen bei dieser Suche auf sich genommen haben sollen, der Venus von Milo hat es beide Arme gekostet, wenigstens in Chuck Berry`s Vorstellung:

Well, a beautiful daughter couldn't make up her mind
Between a doctor and a lawyer man.
Her mother told her daughter go out and find yourself
A brown eyed handsome man,
Just like your daddy was, a brown eyed handsome man.

Well, the milo de venus was a beautiful lass,
She had the world in the palm of her hand
She lost both her arms in a wrestling match
To win a brown eyed handsome man,
She fought and won herself a brown eyed handsome man.

Rick Rubin hatte zuvor Bedenken, den Jimmie Rodgers-Song "T for Texas" zu veröffentlichen. Er meinte, der Song klinge trotz aller Bemühungen nicht wie ein Cash-Song. Nun, urteilen Sie selbst. Hier hören Sie den Song begleitet von den "Red Devils". Textlich handelt es sich wiederum um eine jener schwarzen Country-Rock-Balladen, an der die Amerikaner – warum auch immer – Gefallen zu haben scheinen:

If you don't want me baby, mama you sure don't got to stall
I can get more women than a passenger train could haul
I'm gonna buy myself a pistol just as long as I'm tall
I'm gonna shoot poor Phelma just to see her jump and fall
I'm gonna buy myself a shotgun, with a great long shiny barrel
I'm gonna shoot me a rounder oh that stole away my gal
I'd rather drink muddy water, and sleep in a hollow log
Than to be in atlanta treated like a dirty hog.

Well it's T for texas, T for Tennessee
T for texas, T for Tennessee
T for Thelma, the girl who made a wreck out of me.

"Devil`s Right Hand", hier interpretiert zusammen mit den "Red Devils", ist ein Song von Steve Earle, der bei Cash immer hoch im Kurs stand. Steve Earle gilt als unbequemer, aber ehrlicher Songpoet. Und ist jemand wirklich persönlich schuldig, wenn er mit einem Revolver jemanden erschießt? Hatte Mutter nicht immer gesagt, ein Revolver sei die "rechte Hand des Teufels"?

About the time that Daddy left to fight the big war
I saw my first pistol in the general store
In the general store, when I was thirteen
Thought it was the finest thing I ever had seen.

Mama said the pistol is the devil's right hand
She really blew up and I didn't understand
Mama said the pistol is the devil's right hand.

Well I get into a card game in a company town
Caught a miner cheating I shot the dog down
Shot the dog down, watched the dog fall
Never touched his holster, never had a chance to draw
The trial was in the morning and they drug me out of bed
Asked me how I pleaded, not guilty I said
Not guilty I said, you've got the wrong man
Nothing touched the trigger but the devil's right hand.

Hörenswerte Alternativversionen von "Like a Soldier" mit Willie Nelson, "Drive On" und "Bird on a Wire" beschließen die CD.

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Die CD 3 der Box trägt den Titel "Redemption Songs" und enthält Aufnahmen aus den Sessions zu "American III" und "American IV". Entsprechend erinnern uns die Songs an "Solitary Man” und "The Man Comes Around”. Die Aufnahmen sind überwiegend akustisch aufgenommen worden, allerdings wird Cash zumeist von einer ganzen Band begleitet. Wie CD Nr. 2 der Box enthält auch CD Nr. 3 mehrere schöne, bisher noch nie veröffentlichte Duette.

Die Tracks auf CD 3 "Redemption Songs"

  1. A Singer of Songs (Tim O'Connell)
  2. The L & N Don't Stop Here Anymore (Jean Ritchie)
  3. Redemption Song (Bob Marley) with Joe Strummer
  4. Father and Son (Cat Stevens) with Fiona Apple
  5. Chattanooga Sugar Babe (Norman Blake)
  6. He Stopped Loving Her Today (Bobby Braddock/Curly Putman)
  7. Hard Times Come Again No More (Stephen Foster)
  8. Wichita Lineman (Jimmy Webb)
  9. Cindy (Traditional) with Nick Cave
  10. Big Iron (Marty Robbins)
  11. Salty Dog (Rudy Toombs/Traditional)
  12. Gentle on My Mind (John Hartford) with Glen Campbell
  13. You Are My Sunshine (Jimmie Davis/Charles Mitchell)
  14. You'll Never Walk Alone (Oscar Hammerstein II/Richard Rodgers)
  15. The Man Comes Around (Cash)

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Bildnachweis dieser Seite:

Ausschnitt aus dem Cover der 5-CD-Box "Unearthed" und Cover von "Hymns" aus dem Begleitbuch zu "Unearthed".

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PS:Artikel wird noch vervollständigt!