Texte zum Schmunzeln

Frei nach dem Motto "Lachen ist die beste Medizin" sammeln wir auf dieser Seite Texte zum Schmunzeln. Wir favorisieren den hintersinnigen, fein gesponnenen und nuancierten Witz, wie er heute nur noch selten gepflegt wird.

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Rumbalotte

Ein litauischer Marinesoldat kommt zur urologischen Vorsorge. Nach kurzer Untersuchung wendet sich der Arzt ihm zu: Soweit ist alles gut. Aber ich sehe, Sie haben auf Ihrem besten Stück eine Tätowierung, und wenn ich es richtig entziffere, steht dort "Rumbalotte". Nur, was bedeutet "Rumbalotte"?
Antwortet der Matrose: Ja Doc, jetzt zeigt sich nur "Rumbalotte", es gibt aber Gefechtslagen, da steht dort groß und klar: "Zu Ruhm und Ehre der baltischen Flotte"

Die metallene Lebensphase

Nach meiner Befindlichkeit befragt, will ich ehrlich sein. Ich durchleide derzeit die metallene Lebensphase: Haare silbern, Zähne aus Gold, Füße wie Blei und Hüften voller Titan. Aber bitte unterschätz nicht meinen eisernen Willen, mit dem ich meine verbliebenen Asse zinke, um vielleicht künftig doch noch etwas von gehorteten Platin zu haben.

frei nach André Heller

Der Veganer hat`s wirklich schwer

Wissen Sie eigentlich, warum Veganer kein Huhn essen? Es könnte ein Ei drin sein ...

Blondinenwitz

Eigentlich mögen wir keine Witze über Ostfriesen, Blondinen und andere Minderheiten. Wenn aber der zeitgeschichtliche Zusammenhang hilfreiche Hinweise zur eigenen Verhaltensweise vermittelt, machen wir auch mal eine Ausnahme. Außerdem: Wer kann beschwören, dass eine Blondine nicht nur zur Tarnung blond ist? Also:

Wie verhalten Sie sich, wenn Ihnen eine Blondine unvermittelt ihre Puderdose zwischen die Beine wirft? Sofort in Deckung gehen! Die Handgranate hat sie wahrscheinlich noch in ihrem Täschlein.

Comedian versus Kabarettist

So groß - wie manche meinen - sind die Unterschiede zwischen einem Comedian und einem Kabarettisten gar nicht! Der Comedian tut`s wegen dem Geld, der Kabarettist wegen des Geldes ...

Wissen gefragt

Wussten Sie eigentlich

  • dass Zwillinge das Produkt einer Überzeugung sind?
  • dass man einen Junggesellen leicht erkennen kann, weil er jeden Morgen aus einer anderen Richtung ins Büro kommt?

Vom Hoffen und Bangen eines Hundehalters

Sie kennen sicher die beiden berühmt-berüchtigten Zurufe eines Hundehalters: "Der tut doch nichts, der will nur spielen" und "Um Gottes Willen, das hat er ja noch nie getan." Irritierenderweise hört man beide oft direkt nacheinander ...

Alte Liebe

Eine Freundin hatte mir ihren Zahnarzt empfohlen und also sitze ich jetzt neugierig im Wartezimmer. An der Wand studiere ich sein gerahmtes Diplom. Donnerwetter, Vorname und Name erinnern mich spontan an den so blendend aussehenden großen, schlanken, dunkelhaarigen Typen aus der Oberprima, in den so viele Mitabiturientinnen (und auch ich!) vor Jahrzehnten mehr oder weniger heimlich verliebt waren.

Allerdings verwerfe ich diesen Gedanken sofort, als er mich ins Behandlungszimmer ruft. Da steht ein gebückter, bebrillter, übergewichtiger und fast kahlköpfiger Mann, der viel zu alt ist, um mein ehemaliger Klassenkamerad zu sein.

Nach der Behandlung frage ich dann dennoch so ganz beiläufig, ob er vielleicht zufälligerweise auch auf dem Goethe-Gymnasium in Ibbenbüren war. Er bejaht erstaunt; 1967 habe er dort Abitur gemacht, aber warum ich das denn wissen wolle.

"Sie waren in meiner Klasse" antworte ich.

Ganz offenbar tief irritiert rückt er seine Brille zurecht und mustert mich lange. Dann aber fragt mich doch dieser hässliche, faltige, fette, graue, krumme, kurzsichtige und fast glatzköpfige alte Greis:

"Und welches Fach haben Sie damals unterrichtet"?

Abiturfeiern im Wandel der Zeit

2 Con-Abiturienten sind traditionell mit der Planung der Jubiläums-Abifeiern betraut und diskutieren wie immer den Austragungsort.

Zum 10-jähriges Abiturjubiläum:

"Lass uns zu Leugermann gehen." "Warum gerade dorthin?" "Die haben so knackige Kellnerinnen!"

Zum 20-jähriges Abiturjubiläum:

"Lass uns zu Leugermann gehen." "Warum gerade dorthin?" "Die haben so leckeres Essen!"

Zum 30-jähriges Abiturjubiläum:

"Lass uns zu Leugermann gehen." "Warum gerade dorthin?" "Die haben einen Lift!"

Zum 40-jähriges Abiturjubiläum:

"Lass uns zu Leugermann gehen." "Warum gerade dorthin?" "Da waren wir noch nie!"

Notabene: Vielleicht sollte man das Zeugnis der Reife doch mit einem Verfallsdatum versehen?

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Die Geschichte von den vier Kollegen Jedermann, Jemand, Irgendjemand und Niemand

Wie so oft in unser aller Leben ging es wieder einmal darum, eine wichtige Arbeit termingerecht zu erledigen.

Jedermann war sich sicher, dass sich Jemand darum kümmern würde. Denn Irgendjemand hätte es ja auch wirklich tun können - oder vielleicht sogar tun sollen. Genau genommen hätte Irgendjemand es sogar tun müssen. Aber Niemand tat es.

Da wurde Jemand sehr wütend, weil es schließlich Jedermanns Arbeit war. Nur hatte Jedermann eben gedacht, Irgendjemand würde es schon tun. Aber Niemand wusste, dass Jedermann untätig blieb.

Schließlich beschuldigte Jedermann sogar Jemand, weil Niemand tat, was Irgendjemand hätte tun können.

nacherzählt von Ulrike Hoheisel, verbunden mit der Frage: Wie ist denn Ihr Name in dieser kleinen Geschichte?

Gebet eines Pfarrers, 1864

Lieber Gott und Herr,
Setze dem Überfluss Grenzen
und lass die Grenzen überflüssig werden.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.
Schenke uns und unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte, die wohl tätig, die aber nicht wohltätig sind
und lass die, die rechtschaffen sind, auch Recht schaffen.
Sorge dafür, daß wir alle in den Himmel kommen,
aber so Du willst, noch nicht gleich.

Abtrünnig

Der alte jüdische Rabbi kniet an der Klagemauer und weint zum Herzerweichen. Da fragt ihn Gott Vater: "Rabbi, was hast du?" "Großer Gott", antwortet der Rabbi, "welche Katastrophe: mein Sohn hat eine neue Liebe und will zum Christentum übertreten. Was aber wird dann aus meinem Besitz!" "Nun, Rabbi", antwortet Gott Vater tröstend, "ich kann dich gut verstehen, habe ich doch ganz ähnliches erlebt". "Aber lieber Gott, was soll ich nur machen?" Gott Vater blinzelt mit einem Auge und antwortet: "Mach es doch so, wie ich es gemacht habe: mach eine Neues Testament."

Und dann noch dies ...

  • Drei Politiker sind zum Tode verurteilt worden, haben aber vor der Exekution noch einen Wunsch frei. Der Franzose wünscht sich ein 6-Gänge Menu mit Champagner. Der Deutsche will noch einmal in seinem Leben eine große Rede halten. Nur der Engländer macht es kurz: "Bitte erschießt mich, noch bevor der Deutsche seine Rede hält".
  • Drei Mütter schwärmen von ihren Söhnen. Die Erste: "Mein Sohn ist Bäcker geworden, hat sich hochgearbeitet und besitzt jetzt 35 Bäckereien." Die Zweite: "Mein Sohn hat als Tankwart begonnen und ist durch Fleiß heute Eigentümer von 7 Tankstellen." Nur die dritte Mutter druckst etwas herum: "Mein Sohn ist schwul". Darauf die beiden anderen: "Aber das ist ja schrecklich!". "Nun", meint die Mutter, "so schrecklich ist das auch wieder nicht. Hat er doch 2 sehr gute intime Freunde; der eine besitzt 35 Bäckereien, der andere 7 Tankstellen ..."
  • Der blutige Stierkampf in der spanischen Metropole ist beendet. In der Taverne neben der Arena werden traditionell die fleischlichen Überreste für Arme und Touristen zubereitet. Die deutsche Reisegruppe entscheidet sich für "gebackenen Hoden", ist vom Wohlgeschmack dieser Spezialität des Hauses überwältigt und kann die beiden riesigen Klötze kaum schaffen. Es wird beschlossen, den Gaumenschmauß nach dem nächsten Stierkampf zu wiederholen - und so geschieht es auch. Diesmal aber werden zum Erstaunen der Gruppe nur zwei winzige Kügelchen aufgetragen. Man ist irritiert und reklamiert. Die junge Bedienung errötet, holt den Patron des Hauses und der löst schließlich das Rätsel auf: "Meine Damen und Herren, ich kann Ihre Enttäuschung verstehen, uns geht es nicht anders. Aber heute hat der Stier gewonnen."
  • Dialog eines Paares: "Du siehst ja schrecklich aus mit der neuen Brille!". "Ich hab` doch gar keine neue Brille". "Aber ich!"
  • Beim Eignungstest für den schottischen Polizeidienst wird der Bewerber gefragt, wie er einen verkehrsbehindernden Menschenauflauf zerstreuen würde. Seine Antwort: "Ich nehme die Mütze ab und sammle." Der Kandidat hatte bestanden ...
  • Der Richter grübelnd zum Angeklagten: "Ihr Gesicht kommt mir wirklich sehr bekannt vor. Woher kenne ich Sie nur? Sie sind doch sicher vorbestraft?" Antwortet der Angeklagte: "Aber Herr Richter, wir sehen uns doch wöchentlich! Ich bin Türsteher im Eros-Center."
  • Das ältere Ehepaar ist unterwegs auf der Autobahn. Plötzlich wird im Radio gemeldet, es komme ihnen ein Geisterfahrer entgegen. Darauf sie zu ihm: "Einer? Hunderte!"
  • Bekenntnis eines verständnisvollen Ehemannes: "Ich spreche schon seit über 2 Monaten nicht mehr mit meiner Frau - schließlich will ich sie nicht immer unterbrechen ..."
  • Ein Missionar wird von einer Horde Kannibalen angegriffen. Als einzige Gegenwehr bleibt ihm ein Stoßgebet: "Herr, mache diese Wilden zu frommen Christen!" Und das Wunder geschieht: Die Kannibalen bilden einen Halbkreis um ihn und beten voller Inbrunst: "Komm Herr Jesu, sei unser Gast, und segne, was Du uns bescheret hast ..."
  • Der Papst besucht inkognito die unendlichen Weiten Nordamerikas, fühlt sich inspiriert von Freiheit und Einsamkeit und bittet seinen Chauffeur, ihn auch einmal kurz ans Steuer zu lassen. Schnell hat er die zulässige Geschwindigkeit überschritten und wird von einer Streife gestoppt. Der Polizist schaut in den Wagen, wird blass und greift zum Funkgerät: "Chef, ich habe wohl einen Kardinalfehler begangen. Ich habe eine ganz außerordentlich hochgestellte Persönlichkeit angehalten und kann jetzt unmöglich Bußgeld kassieren." Darauf sein Vorgesetzter: "Jeder Verkehrssünder muss Strafe zahlen, egal, wer er ist; aber um Himmels Willen, wen haben Sie denn da aufgebracht?" Der Polizist: "Chef, mit göttlicher Gewissheit kann ich es nicht sagen, aber er hat immerhin den Papst als Chauffeur ..."
  • Im Louvre. Fräulein Dupont, die schon etwas ältliche Kunstexpertin erklärt den 16-jährigen Schülerinnen das rätselhafte Lächeln der Mona Lisa: "Wahrscheinlich hat sie gerade erfahren, dass sie schwanger ist". Darauf Chantal: "Aber Mademoiselle, ich glaube eher, sie hat gerade erfahren, dass sie nicht schwanger ist".
  • Fragt eine Kerze die andere: "Ist Zugluft eigentlich gefährlich?". Die Antwort kommt prompt: "Da kannst Du von ausgehen ..."
  • Treffen sich zwei Beamte auf dem Flur. Fragt der eine den anderen: "Du kannst wohl auch nicht schlafen ...?
  • Treffen sich zwei Jäger: beide tot!
  • Überschäumende Freude bei der Belegschaft: Die Buchhaltung hatte versehentlich statt des Gehaltes die Lohnnebenkosten überwiesen.
  • Zeitungsanzeigen offenbaren uns nicht selten das Auf und Ab menschlichen Daseins. Lesen wir doch kürzlich folgendes Inserat: "Tausche einmal gebrauchtes Zelt gegen gut erhaltenen Kinderwagen."
  • Der Direktor steht auf dem Pissoir neben seinem renitentesten Oberstufenschüler, schaut kurz rüber und bemerkt: "Wie ich sehe, ziehen Sie auch hier den Kürzeren"

Medizynisches

  • Die Hebamme: "Möchten Sie den Vater bei der Geburt dabei haben?" Die Gebärende: "Nein, um Himmelswillen, der versteht sich mit meinem Mann überhaupt nicht"
  • Im Zugabteil zieht ein Fahrgast seinen Schuh aus und stöhnt: "Mein Fuß ist eingeschlafen". Darauf sein Gegenüber: "Wenn Sie sich da mal nicht irren, mein Herr, dem Geruch nach ist er bereits vor geraumer Zeit gestorben".
  • Nach der gründlichen körperlichen Untersuchung wendet sich der Arzt an seinen Patienten: "Zu erst die gute Nachricht: Sie müssen sich um die zunehmende Kriminalität, die steigende Atomkriegsgefahr, die drohende Klimakatastrophe und die desaströse Wirtschaftskrise keine Sorgen mehr machen ..."
  • Dialog im Wartezimmer: "Ich hab` jetzt Zucker". Fragt der Nachbar: "Woran merkst du das?" "Ganz einfach, ich hab` einen weißen Streifen in der Hose". Darauf der andere: "Dann hab` ich Zimt"
  • Kommt ein Patient spät abends zum Orthopäden und klagt: "Herr Doktor, Sie müssen mir helfen! Ich denke immer, ich bin eine Motte". Darauf der Arzt: "Aber warum gehen Sie dann nicht zum Psychiater?" Erwidert der Patient: "Dort war es stockfinster, nur bei Ihnen brannte noch Licht."
  • Die Medizinerparty geht zuende. Die Kollegen verabschieden sich beim Gastgeber. Der Augenarzt: "Man sieht sich". Der HNO-Arzt: "Wir hören voneinander". Der Urologe: "Ich verpiss mich." Als letzter der Gynäkologe: "Und schöne Grüße an Ihre Frau. Ich schau demnächst mal wieder rein..."
  • Der Arzt hat sich ganz besondere Mühe gegeben und die Diät gegen Fettsucht haarklein erklärt. Der Patient scheint auch alles genau verstanden zu haben, dreht sich aber beim Hinausgehen noch einmal um: "Herr Doktor, eine letzte Frage: Muß ich die Diät vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen ...?"
  • Nach langer und schwieriger Untersuchung wendet sich der Arzt an den Kranken: "Ich kann leider die Ursache Ihrer Beschwerden nicht finden. Aber vielleicht liegt es am Alkohol." Darauf der Patient: "Aber Herr Doktor, warum sagen Sie das nicht gleich. Ich komme gern noch einmal wieder, wenn Sie nüchtern sind..."

Nachgefragt

  • Was sucht ein einarmiger Mann in der Fußgängerzone? - Einen Second-Hand Shop!
  • Wie nennt man eine Frau, die immer weiß, wo ihr Mann gerade ist? - Witwe!
  • "Hoffentlich sind wir nicht zu lange geblieben?" erkundigt sich der Besuch beim Abschied. "Aber nein", wehrt der Gastgeber ab, "um diese Zeit stehen wir ohnehin immer auf".
  • Kennen Sie den Unterschied zwischen Vampir und Anwalt? Nein? Der Vampir hört auf, zu saugen, wenn Sie tot sind.

Presseblüten

  • Aus einem Stellengesuch der Sparte "Ausland" im Ärzteblatt: "Ich bin Arzt in Deutschland. Bitte holt mich hier raus ..."
  • Aus der Zeitung "Rheinpfalz": Die Ministerin Ulla Schmidt wünscht sich, dass Behinderung Normalität ist.

Der Seher Kurt Tucholsky

Tucholsky

Vielleicht weniger zum Schmunzeln aber zwecks Vorbereitung auf das nachfolgende Gedicht:

Die Nazis verbrennen im Mai 1933 die Werke Tucholskys. Am 23.8.1933 wird er als einer der ersten aus Deutschland ausgebürgert. Am 21.12.1935 nimmt sich Tucholsky das Leben. Beigesetzt ist er auf dem Friedhof Mariefred bei Schloß Gripsholm.

Kurt Tucholsky wird am 9.1.1890 in Berlin-Moabit als Sohn eines Bankdirektors geboren. Er promoviert nach einem Jurastudium 1914 und tritt in diesem Jahr aus der Jüdischen Gemeinde Berlin aus.

Ab 1907 veröffentlicht er auch unter den Pseudonymen "Ignaz Wrobel", "Peter Panter", "Theobald Tiger" und "Kaspar Hauser" bei "Ulk" (der satirischen Beilage des "Berliner Tageblatts"), in der Theaterzeitung "Schaubühne" und der "Weltbühne".

Von 1915 bis 1918 Soldat an der Ostfront.

1926 wird Tucholsky für 10 Monate Herausgeber der "Weltbühne".

Ab 1929 lebt er in Schweden in der Nähe von Schloß Gripsholm.

Das nachfolgende satirische Gedicht aus 1930 erscheint uns leider auch heute noch brandaktuell.

Börsen-Crash und die Folgen früher und heute
Aber Vorsicht: Vielleicht ist Ihnen nach der Lektüre mehr zum Weinen als zum Schmunzeln zumute?

Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf: Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los, den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert, wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen, haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken, kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden? Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat, die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite, und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja - nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen, fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur, stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht: Dann wird bisschen Krieg gemacht.

Kurt Tucholsky1930 (unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel in der Weltbühne).

Und noch ein Gedicht von Tucholsky

Es gibt junge Greise
und alte Talente -
Geburtsscheine sind
keine Argumente.

Kurt Tucholsky

Und dann war da noch

  • die Frau, die beim Betreten des Clubs auf die Frage, ob sie Mitglied sei, "Nein, ohne" antwortete.
  • der Mann, der die Schnellrestaurantkette McKotz wegen einer Fischvergiftung verklagt hat. Die Klage wurde abgeschmettert, das Fast-Food-Unternehmen konnte nämlich nachweisen, dass in ihrem Fischburger gar kein Fisch enthalten war.

Aus dem Offiziers-Alltag

  • Große Fete im Offiziers-Casino. Der Adjutant meldet dem Oberst, der Kaviar gehe zu Ende. Darauf kurz entschlossen der Befehl: "Mit Schrot verlängern!" Am nächsten Morgen trifft der Oberst auf den etwas verstört wirkenden Leutnant Zitzewitz und fragt: "Wohl schlecht geschlafen?". Der Leutnant gedrückt: "Melde gehorsamst, Herr Oberst, heute morgen kleines Malheur passiert. Beim Stiefelanziehen Hund erschossen."
  • Auf dem Kasernenhof: Leutnant von Sanftleben zu seinem Vorgesetzten: "Darf ich mit Verlaub Herrn Oberst darauf hinweisen, dass ein Hosenknopf offen steht". Darauf der Oberst: "Pst, Experiment, Experiment! Bin auf dem Weg zur roten Lola. Gestern Hemdenknopf offen gelassen und steifen Hals gekriegt".

Und das Letzte!

Autovertreter verkaufen Autos. Versicherungsvertreter Versicherungen. Und Volksvertreter?

Und das Allerletzte

Sätze, in denen nacheinenader die Worte "der", "die" und "das" vorkommen, gibt es nur bei uns im Ruhrgebiet. Originalton Günna aus Dortmund: "Meine Schwester bekommt ein Baby, und der die das gemacht hat, ist abgehauen ...